Berlin, 10.02.2026
Die Antworten der Bundesregierung auf zwei schriftliche Fragen des AfD-Bundestagsabgeordneten Sascha Lensing offenbaren erhebliche Defizite bei der Kontrolle der Migration über den Luftweg. Nach aktuellen Zahlen der Bundespolizei wurden im Intra-Schengen-Flugverkehr innerhalb von zwei Jahren fast 18.000 Asylgesuche registriert. Gleichzeitig plant die Bundesregierung keine zusätzlichen rechtlichen oder operativen Maßnahmen zur Schließung bestehender Kontrolllücken.
Im Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis 7. Mai 2025 wurden im Intra-Schengen-Luftverkehr 14.586 Asylgesuche von Drittstaatsangehörigen festgestellt. Vom 8. Mai bis 31. Dezember 2025 kamen weitere 3.151 Fälle hinzu. Insgesamt wurden damit 17.737 Asylgesuche über Schengen-Flüge registriert. Die Bundesregierung erklärt zugleich, sie verfüge über keine Erkenntnisse dazu, ob gezielt ausgenutzt werde, dass die Luftgrenzen nicht notifiziert sind und deshalb nur eingeschränkte Zurückweisungsbefugnisse bestehen. Konkrete Pläne zur Änderung dieser Lage bestehen nicht.
Zusätzlich belegen die Antworten hohe Zahlen von Zurückweisungen an deutschen Flughäfen. Vom 1. Januar 2024 bis 7. Mai 2025 wurden 10.174 Personen zurückgewiesen, im Zeitraum vom 8. Mai bis 31. Dezember 2025 weitere 5.169. Hauptgründe waren fehlende Visa oder Aufenthaltstitel, unzureichende Nachweise über Aufenthaltszweck und -bedingungen, fehlende finanzielle Mittel sowie Ausschreibungen in nationalen und europäischen Fahndungssystemen. Auch ungültige oder gefälschte Reisedokumente spielten eine wesentliche Rolle. In lediglich 183 beziehungsweise 74 Fällen erfolgten Zurückweisungen dabei im Zusammenhang mit unbegründeten Asylanträgen im Flughafenasylverfahren.
Dazu erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete Sascha Lensing:
„Die Zahlen zeigen klar: Der Luftweg ist längst ein relevanter Faktor der illegalen Migration. Tausende Asylgesuche über Intra-Schengen-Flüge – und die Bundesregierung hat weder ein Lagebild noch einen Maßnahmenplan. Das ist ein sicherheitspolitischer Blindflug.“
Lensing weiter:
„Wenn das Innenministerium selbst einräumt, nicht beurteilen zu können, ob bestehende Regelungslücken gezielt genutzt werden, dann dokumentiert das ein massives Kontrolldefizit. Wer Risiken nicht einmal systematisch erfasst, kann sie auch nicht wirksam bekämpfen.“Mit Blick auf die Zurückweisungen an Flughäfen erklärt Lensing:„Die hohe Zahl an Zurückweisungen wegen fehlender Dokumente, falscher Papiere und sicherheitsrelevanter Erkenntnisse zeigt, wie angespannt die Lage an den Flughäfen ist. Die Bundespolizei leistet hier täglich harte Arbeit – doch statt ihre Befugnisse zu stärken, bleibt die Bundesregierung untätig.“
Die Zahlen zeigen zugleich, dass per Flugzeug einreisende Personen, die einen Asylantrag stellen, zu 99 % nicht zurückgewiesen werden.
Die AfD-Bundestagsfraktion fordert die rechtliche Vorbereitung der Notifizierung der Schengen-Luftgrenzen, erweiterte Kontroll- und Zurückweisungsbefugnisse im Intra-Schengen-Luftverkehr, eine differenzierte statistische Erfassung nach Einreiserouten sowie eine stärkere Haftung von Fluggesellschaften bei mangelhafter Dokumentenprüfung.
„Die Bundesregierung liefert Zahlen, aber keinen Plan. Der Luftweg darf kein blinder Fleck der Grenzsicherung bleiben“, so Lensing abschließend.